Pilzbestimmung gibt es schon seit geraumer Zeit. In den Kriegsjahren bzw. Nachkriegszeiten war es von großer Bedeutung, einige Arten genau bestimmen zu können, um auf diese Weise den damals spärlichen Speisezettel mit leckeren Pilzgerichten aufbessern zu können. Nur all zu leicht passierte ein Fehlgriff und ein giftiger Geselle im Kochtopf richtete oft großes Unheil an. Schönheit, angenehmer Geruch usw. verführten so manchen Schwammerlliebhaber zur Mitnahme von giftigen Exemplaren, wie z. B. den Knollenblätterpilzen. In den Medien wurde dann von schweren Pilzvergiftungen - oft mit tödlichem Ausgang – berichtet.

In Jenbach erkannte man schon 1975 den großen Nachholbedarf an Aufklärungsarbeit in der Pilzkunde. Eine damals, im Ort vorgekommene, tragische Knollenblätterpilzvergiftung hat einige Idealisten bestärkt, eine Organisation zu gründen, bei welcher Ratsuchende die notwendigen Informationen bekommen können. Der "Verein für Pilzkunde Jenbach" war somit ins Leben gerufen. Man war von Anfang an optimistisch, nicht zuletzt deswegen, weil es in unseren Nachbarländern Bayern, Südtirol, Schweiz bereits solche Institutionen gab und gut funktionierten.

Bei uns waren die Möglichkeiten bislang sehr spärlich. Abgesehen vom Marktamt und dem Institut für Mikrobiologie waren fachbezogene Auskünfte nur noch über einige wenige Spezialisten einzuholen.


Auch die Kleinsten sind schon fündige Pilzfreunde...                   unser Ehrenmitglied aus Bozen Francesco Belu

All dies war Grund genug, die Pilzkunde mit ihrer Vielfalt einem breiten Kreis von Pilzfreunden näher zu bringen. Nicht nur der Speisewert oder die Giftigkeit eines Pilzes soll vermittelt werden, sondern auch die Ökologie dieser geheimnisvollen Wesen hat ihren Stellenwert. Über 400 Mitglieder aus ganz Tirol und teilweise von unseren Nachbarländern halten uns die Treue. Diese große Mitgliederzahl bestärkt unsere Vereinsleitung in ihrer Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Die in der Regel alle 2 bis 3 Jahre stattfindende "Große Tiroler Pilzschau" ist immer wieder ein Höhepunkt. Tausende Pilzfreunde aus nah und fern besuchen diese Großveranstaltung und sind immer wieder über das vielfältige Angebot begeistert. Manche Interessierte scheuten den weiten Weg nach Jenbach nicht, konnten wir doch schon Freunde (Experten) aus Sizilien, Deutschland, Schweden und anderen Ländern bei uns begrüßen. Absolute Höhepunkte waren die in den Jahren 1982 und 1998 stattgefundenen Mykologischen Dreiländertagungen, bei denen bis zu 200 Fachleute aus 7 Ländern Europas eine Tagungswoche absolvierten. Diese Großveranstaltungen sind eine international anerkannte Institution für alle Pilzfreunde, die eben mehr als den Speisezettel bereichern wollen. Mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Ehrenmitglieder Univ.Prof.DDr.h.c. Meinhard Moser (gest. 30.9.2002) aus Innsbruck und unseres Pilzfreundes Dr. Francesco Bellu aus Bozen konnte ein sehr hohes Niveau erzielt werden.

Neben Aufklärungsarbeit (Pilzberatung) werden im Verein verschiedene Aktivitäten, wie z.B. Ausflüge, Vereinsabende und Jahresabschlussfeiern geboten. Dass das Verständnis für die Bedeutung der Pilze im Naturkreislauf gefestigt wird und dass Pilzvergiftungen der Vergangenheit angehören sollen, sind unsere Zielsetzung und der tiefere Sinn unserer naturverbundenen Gemeinschaft.








 

 

 

 

 

 

 

 

Pantherpilz und Perlpilz